Historie vom Albert-Schwarz-Bad

Am 6. Mai 1911 wurde im Verein "Volksgesund" Heidenau zum ersten Mal die Errichtung eines Licht- und Luftbades zur Diskussion gestellt. Der 1. Weltkrieg unterbrach die Vorarbeiten zum Bau des Bades. Im Jahre 1920 beauftragte der Vereinsvorstand eine Kommission zur Weiterführung der Vorarbeiten. Das Gelände auf der Meuscha wurde für geeignet befunden. Die umliegenden Gemeinden traten der am 4. Juni 1920 gegründeten Genossenschaft bei und zeichneten namhafte Beiträge als Anteile. Aus Betrieben gingen ebenfalls finanzielle Zuwendungen ein.

Die Mitglieder leisteten eine unermüdliche Arbeit in ihrer Freizeit. Durch Personen der produktiven Erwerbslosenhilfe wurden Einrichtungen geschaffen. Die Stadt Heidenau stellte einen Leistungsanschluss von dem oberhalb des Bades befindlichen Hochbehälter kostenlos her.

Am 2. Pfingstfeiertag dem 16. Mai 1921 wurde die Anlage zunächst als "Licht- und Luftbad" feierlich eingeweiht. Die Anlage konnte durch den Kauf eines Flurstückes vom Rittergut Gamig vergrößert werden und erhielt 1922 neben einem Erfrischungsraum auch ein 1000 m² großes Schwimmbecken.

Ständig wurde an der Vervollkommnung und Verbesserung der Anlagen und Einrichtungen gearbeitet. Tausende Schüler erhielten in den Jahren von der Stadt Heidenau Freikarten für den Besuch des Bades.

Von 1937 bis 1945 erfolgte die Umgestaltung und Vergrößerung des gesamten Geländes und 1948 benannte man das Freibad nach seinem Förderer Albert Schwarz.

1950 entstand das heutige Mehrzweckgebäude zur Nutzung als Umkleide- und Garderobenhaus.

Am 01. Januar 1953 ging das Bad in Volkseigentum über. Die Verwaltung übernahm die Stadt Heidenau. Die folgenden Jahre waren von vielen Neubauaktionen geprägt. 1955 wurde ein Kinderbecken fertiggestellt. Dem folgte 1958 der Bau eines zweiten Schwimm- und Springerbeckens und der Errichtung eines 3 Meter hohen Sprungturms.

1973 erfolgte die erste umfangreiche Rekonstruktion des Bades. Mit dem Neubau der damaligen F172 (heute S 172) im Territorium der Stadt Heidenau in den Jahren 1972/73 wurde eine neue Auffahrt zum Bad und die heutige Parkplatzanlage geschaffen.

1992 wurde eine Filteranlage für die kontinuierliche Reinigung des Beckenwassers installiert.

Seit 1999 wird das Albert-Schwarz-Bad von der Technische Dienste Heidenau GmbH im Auftrag und auf Rechnung der Stadt Heidenau betrieben.

2000 wurde der Gedenkstein des SPD-Politikers Albert Schwarz wiederhergestellt, welchen die Nationalsozialisten 1933 zerstörten.

Im Winterhalbjahr 2001 bis 2002 erfolgte in einem ersten Sanierungsabschnitt die umfassende Erneuerung der Beckenlandschaft und der Wasseraufbereitungsanlage.

2003 entstand eine neue Kinderspiellandschaft, mit Kletterpyramide, Kegelkreisel und einer Babyschaukel. Im Jahr 2005 wurde das Planschbecken durch eine Regenbogenrutsche aufgewertet.

Von September 2007 bis Mai 2008 entstand beim zweiten umfassenden Sanierungsabschnitt ein moderner und barrierefreier Kassen-, Personal-, Sanitär- und Umkleidebereich. Das ursprüngliche "Luftbad" entwickelte sich zu einem modernen und immer beliebteren Freibad.

2009 erfolgte der Bau des Sonnensegels, damit die kleinsten Besucher im Planschbecken vor den Sonnenstrahlen besser geschützt werden. Gleichzeitig wurde eine Großuhrenanlage installiert.

Im Jahr 2010 entstand eine moderne Multi-Beachanlage mit drei Spielflächen für Beachvolleyball, Beachhandball und Beachsoccer. Durch die großzügige Unterstützung der Sächsische Netzwerke Huck GmbH und der Karl Köhler Bauunternehmung konnte die Beachanlage 2011 mit Ballfangnetzen erweitert werden. Zahlreiche Vereine aus Heidenau und der Umgebung nutzen die Anlage für Ihre Trainingseinheiten und Turniere.

Von 2014 bis 2016 wurden neue altersgerechte Spielanlagen errichtet. Für die kleinsten Badegäste entstand eine Wasser-Matschanlage ein Trampolin und eine Babyschaukel. Kinder und Jugendliche können sich auf der Erlebnisspielanlage mit Seilbahn und auf der Artistenspielanlage austoben.

Albert Schwarz (1876 - 1929)


Albert Schwarz wurde am 25. September 1876 in Leipzig geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte. Im Anschluss an seine Schulzeit erlernte er den Beruf eines Drehers. Im Jahr 1899 trat er dem Metallarbeiterverband in Hamburg bei. 1907 zog er nach Heidenau (Mügeln) und wohnte am Gaswerk auf der Kantstraße 19.

Politisch war er im Deutschen Metallarbeiterverband organisiert und war ab 1907 Geschäftsführer im Bereich Heidenau.

Als Mitglied der SPD wurde Albert Schwarz nach der Revolution von 1918 als Volksbeauftragter für das Land Sachsen berufen. Er amtierte kurzzeitig von November 1918 bis Januar 1919 als Volksbeauftragter Arbeits- und Wohlfahrtsminister der ausgerufenen „Sozialen Republik Sachsen“ und war nachfolgend vom 21. Januar 1919 bis 30. April 1921 Wirtschaftsminister des Freistaates Sachsen. Wegen einer Tuberkulosekrankheit trat er zurück. Danach wurde er auf Grund seiner Erfahrungen 1926 ins Amt des sächsischen Parlamentspräsidenten berufen und übte dieses bis wenige Wochen vor seinem Tod am 22. Juli 1929 aus.

Albert Schwarz war Mitglied der Delegation zu den Friedensverhandlungen in Versailles 1919. Verdienste erwarb er sich bei der Organisation der Arbeiterjugend vor dem 1. Weltkrieg in Heidenau. Vielseitig unterstützte er die örtlichen Vereine der Arbeiterklasse und hatte großen Anteil am Auf- und Ausbau des Licht- und Luftbades in Heidenau der Stadt Heidenau.

Als Aufsichtsrat in der damaligen Gasag Heidenau tätig, verzichtete er auf seine Tantieme und ließ sie auf das Konto des Luftbades überweisen, um den Bau mit zu finanzieren. Seinen vielseitigen Initiativen ist es zu verdanken, dass bereits 1921 das Licht- und Luftbad eröffnet werden konnte.

Ihm zu Ehren errichtete man 1930 einen Gedenkstein mit bronzener Widmung im Freibadgelände. Dieser wurde 1933 von den Nazis mutwillig zerstört. 2000 wurde der Gedenkstein auf Initiative der Stadt Heidenau und der Technische Dienste Heidenau GmbH erneut aufgestellt.

 

Historie - Bau altes Bad

Historie - Eingang vor 1972

Historie - oberes Becken

Historie - unteres Becken

Historie - BA 1

Historie - BA 2

Historie - BA Beachanlage

Historie - Albert Schwarz

Gedenkstein Albert Schwarz